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22.02.2010 - red
Leipzig unterliegt vor 4.479 Zuschauern, Dortmund verhindert Vorentscheidung im Abstiegskampf

Gustl Wilke verhinderte mit Dortmund eine erste Vorentscheidung im Kampf gegen den Abstieg
Foto: Eibner Pressefoto
Vor einer beeindruckenden Kulisse von 4.479 Zuschauern musste sich der HC Leipzig an diesem Wochenende in der Champions League nur knapp dem Vorjahresfinalisten Györ geschlagen geben, hat den Traum vom Halbfinale aber noch nicht aufgegeben. In der Liga schaffte Celle mit einem Unentschieden gegen Oldenburg die Überraschung des Spieltags, Dortmund verhinderte mit einem Sieg über Trier eine Vorentscheidung im Abstiegskampf und Frankfurt/Oder spielte sich beim 37:20 gegen Sindelfingen in einen Rausch. Siege feierten auch der Thüringer HC und Buxtehude. Im DHB-Pokal wurden unterdessen die Viertelfinals ausgelost und bescheren mit Leipzig gegen Leverkusen ein absolutes Spitzenspiel.

Im Konzert der acht besten Vereine Europas zeigt sich der HC Leipzig in der Hauptrunde der Champions League weiterhin auf Augenhöhe. Vor der beeindruckenden Kulisse von 4.479 Zuschauern war vierzig Minuten lang die Überraschung gegen das ungarische Spitzenteams aus Györ greifbar, dann aber wurde die gegnerische Schlußfrau Katalin Palinger zum entscheidenden Faktor. Auch eine starke Katja Schülke konnte die 21:23-Niederlage so nicht verhindern. "Wenn Larvik weiter durchmarschiert, reichen auch sechs Punkte zum Weiterkommen. Wir haben noch die Chance, ins Halbfinale zu kommen", gibt HCL-Manager trotz des Rückstands den Kampf und den zweiten Gruppenplatz, der den Einzug in das Halbfinale bedeuten würde, noch nicht auf. "Wir kommen immer näher an die anderen heran", erklärte auch Trainer Heine Jensen nach der guten Leistung gegen den Vorjahresfinalisten.

Überraschung unterdessen in der Liga in Celle: Die Gastgeberinnen trotzten dem VfL Oldenburg ein 24:24 (10:13) Unentschieden ab. Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki war nach Abpfiff bedient: "Unsere eigenen Fehler haben zu dem Unentschieden geführt." Hatte der VfL in der Anfangsphase klar dominiert und schien auf einen sicheren Sieg zuzusteuern, so ließ Oldenburg schon im ersten Durchgang nach und leistete sich mehr und mehr Fehler. Oldenburg hatte sich einen Vier-Tore-Vorsprung herausgeworfen, doch Celle kämpfte sich heran. Eine gute Viertelstunde vor Schluss war der Anschluss geschafft, mit einer immer besser agierenden Abwehr sowie Torfrau Jasmina Jankovic im Rücken drehte Celle das 21:24 noch in ein 24:24-Unentschieden.

Ein Trio zeichnete für den Heimsieg des Tabellenschlusslichts aus Dortmund maßgeblich verantwortlich: Porvaznikova, Kowalska und Glathe trafen zusammen 18-mal, am Ende sammelte der BVB 29 Tore, Gegner Trier kam nur auf 28 und steckt nun wieder tiefer im Abstiegskampf. In dem erwartet umkämpften Spiel lag meist Trier vorne, aber Dortmund kämpfte und hielt den Anschluss. Drei Treffer in Serie brachten den BVB beim 19:18 zwanzig Minuten vor dem Ende in Führung, wenig später legte Dortmund zum 23:21 noch einmal einen Dreierpack nach. Trier konnte beim Ausgleich durch Svenja Huber zwei Minuten vor dem Abpfiff noch hoffen, aber Kowalska und Porvaznikova sorgten für die entscheidenden Tore der Dortmunderinnen, die nun wieder etwas Hoffnung im Abstiegskampf geschöpft haben.

"Mit welchem Engagement die Mannschaft den Sieg realisiert hat, war einfach riesig", jubelte Dago Leukefeld über den 28:24 (16:11) Sieg seines Thüringer HC gegen Provital Blomberg. Hatte zunächst Blomberg vorgelegt, so kam der THC noch vor der Pause mit Macht zurück ins Spiel und legte fünf Tore Distanz zwischen sich und das Team von Trainer Andre Fuhr. Im zweiten Durchgang konnte Blomberg noch einmal ausgleichen, schaffte aber nicht den eigenen Führungstreffer. "Am Anfang haben wir zu wenig für den Sieg gearbeitet", ärgerte sich Andre Fuhr über die Pleite, "erst in der zweiten Halbzeit haben wir uns erheblich gesteigert. Das hat aber nicht gereicht." Topschützin Natasa Kocevska sowie Martina Knytlova, Alexandra Uhlig und Marielle Bohm ebneten THC den Weg zum siebten Saisonsieg.

Am Sonntag spielte sich der Frankfurter HC in einen Rausch und fertigte den VfL Sindelfingen mit 37:20 (16:11) ab. "Wir haben uns in den ersten zwanzig Minuten anständig präsentiert. Aber was in der zweiten Halbzeit passiert ist, habe ich bislang noch nie erlebt", war Sindelfingens Trainer Emir Hadzimuhamedovic fassungslos. Seine Mannschaft hatte anfangs den Ton angegeben, blieb in der ersten Viertelstunde auf Augenhöhe. Danach aber drehte der FHC auf, erhöhte das Tempo und überrollte in den zweiten dreißig Minuten die Gäste aus dem Schwäbischen. Während sich der FHC dank des Kantersieges auf den sechsten Platz verbesserte und nun weiter in Richtung der Play-offs orientieren kann, steht dem VfL wieder das Wasser am Hals, in den kommenden Partien müssen unbedingt Punkte her, um dem Abstiegsstrudel zu entgehen.

"Die linke Seite war das Bermudadreieck, das war ganz schwach", legte Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic den Finger in die Wunde. Zu viele Bälle seien in diesem Bermudadreieck verschwunden, und ein Grund für die 26:31 (13:14) Niederlage der FAG-Frauen gegen Buxtehude. Zwanzig Minuten lang legte Göppingen vor, ehe Buxtehude langsam heran kam, ausglich und fortan das Kommando übernehmen sollte. "Wir sind etwas holprig ins Spiel reingekommen. Da hat man die Kilometer gesehen", analysierte BSV-Trainer Dirk Leun, "haben uns aber kontinuierlich gesteigert und unsere eigene Fehlerquote gesenkt." So marschierte Buxtehude langsam davon, während Göppingen nur noch Einzelaktionen setzte, spielte der BSV clever und überlegt und baute die Führung souverän aus.

Am Rande der Partie in Celle wurden auch die Viertelfinalpartien im DHB-Pokal ausgelost. Losglück hatte dabei der Frankfurter HC, der Zweitligist TV Nellingen empfängt. "Nach unserem Wunschlos gegen Dortmund haben wir nun nicht wirklich das Los gezogen, welches uns erfreut", zeigte sich Nellingens Geschäftsführer Stefan Wiech wenig begeistert über die Auslosung, die seiner Mannschaft eine weite Fahrt nach Brandenburg beschert. Pokalverteidiger Oldenburg konnte sich über ein Heimspiel freuen, Gegner wird Provital Blomberg sein. Auch in Buxtehude wird gespielt, die Trierer Miezen werden Gast der Truppe von Dirk Leun sein. Das Schlagerspiel wird allerdings die Begegnung des HC Leipzig gegen Bayer Leverkusen sein. "Natürlich wäre die Partie auch eines Endspieles würdig gewesen, aber wenn man den Pokal gewinnen will, muss man eh jeden Gegner schlagen", zeigte sich Leverkusens Trainerin Renate Wolf gelassen.
 
 
       
 
 
 
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